Tauben - Stadttauben

Taubenprojekt der Stadt Lauf

 

 

So wie in jeder Großstadt bevölkern auch in Lauf verwilderte Haustauben die Innenstadt.

Der Tierschutzverein, sowie die Stadt Lauf wollen den Taubenbestand human regulieren um so die Verschmutzung von Gebäuden, Straßen und Plätzen zu verhindern. Hierzu wird die Stadt Lauf eine ersteTaubenstation mit ca. 50 Brutmöglichkeiten schaffen. Dadurch erfolgt eine feste Bindung der Tauben an die Station (d.h. der Taubenkot verbleibt ebenfalls dort). Die gelegten Eier werden gegen Gipseier ausgetauscht und somit eine weitere Vermehrung verhindert.

 

Jetzt benötigt der Tierschutzverein viele helfende Hände um das Projekt starten zu können. Die Tiere müssen 2-3 x die Woche gefüttert und das Taubenhaus gereinigt werden.

 

Wenn sie Tauben lieben, dann helfen Sie mit! Bitte melden Sie sich bei E. Uttenreuther, Tel.Nr. 09123/985477 oder M. Filler info@tierschutzverein-lauf.de

 

Der Verein freut sich auch sehr über Geldspenden für Taubenfutter.

IBAN: DE38 7605 0101 0240 2506 96  BIC: SSKNDE77XXX

 

Update März 2014:


Und schon ist er bezugsfertig der erste Taubenschlag der Stadt Lauf.
Vollständig ausgerüstet mit Brutmöglichkeiten und anderen Sitzmöglichkeiten. Auch haben sich genügend Helfer gemeldet, die die Tauben versorgen.
Ein ganz großes Dankeschön an unsere Helfer, an Herrn Bürgermeister Bisping und natürlich an Herrn Wölfel, der die Sache ins Rollen gebracht und uns einen wunderschönen Taubenschlag bauen hat lassen.
Jetzt müssen nur noch die Tauben einziehen.

 

Update: August 2015

 

Die Umsiedelung der verwilderten Tauben verlief äußerst schleppend und zog sich über Monate hin. Herr Schwemmer, unser lieber Taubenbetreuer, fing die Tauben mit Fallen ein und brachte sie in den Taubenschlag.

Dort wurden sie beringt und über mehrere Wochen eingesperrt, so dass sie diesen Taubenschlag als ihr neues Daheim akzeptieren konnten. Diese mühselige Aktion musste einige Male wiederholt werden, denn viele der eigensinnigen Tauben kamen nicht mehr zurück, nachdem sie die Möglichkeit zum freien Flug erhalten hatten. Erst nach geraumer Zeit brachten einige Tauben ihre Freunde mit, sodass Herr Schwemmer von ca. 10 brütenden Paaren sprach, welche sich dauerhaft angesiedelt hatten.

Umso mehr freut es uns, dass Herr Schwemmer nun vor kurzem über das 100ste entnommene Ei berichten konnte. Die Eier werden entnommen und gegen Gipseier ausgetauscht. Dieses Vorgehen hat den Sinn, die Taubenpopulation einzudämmen. Denn eine brütende Taube lässt keine männlichen Tiere an sich heran und somit wird ein erneutes Befruchten und Eierlegen verhindert. Der Nachwuchs verringert sich.

Nachdem unser Taubenschlag für gut 30 Paare Platz bietet, hoffen wir, dass sich noch mehr Tauben dort ansiedeln, immerhin gibt es dort regelmäßig gutes, gesundes Futter.

 

Liebe Menschen,

ich bin die Marcharedd, eine Stadttaube, und ich brauche ganz kurz Eure Aufmerksamkeit, um die schlimmsten Irrtümer über uns aus der Welt zu schaffen.

Wir sind verwilderte Haustiere. Wir sind an sich reine Körnerfresser. Wenn wir Wurstreste und Pommes aufpicken, geschieht das aus schierer Not. Leider ergibt diese Mangel- und Fehlernährung bei uns einen wässrigen Hungerkot, der dann an den Fassaden entlang läuft und Euch so ärgert. Wenn wir gesunde Körnernahrung bekommen, setzen wir einen festen, geruchlosen Kot ab, der schon viel weniger störend ist und keine Bausubstanz schädigt.

Über 6000 Jahre ist von Euch an uns herumgezüchtet worden. Uns wurde die Schlagtreue angezüchtet, so dass wir uns immer nur ein paar hundert Meter von unseren Brut- und Schlafplätzen entfernen können. Wir sind also nicht in der Lage, auf Felder hinauszufliegen, um Nahrung zu suchen. Wir können auch nicht auf Bäumen nisten, weil wir Felsenbrüter sind und der Mensch uns als seinen Haustieren immer entsprechende Behausungen gebaut hat. Wir unbetreuten Stadttauben, müssen uns irgendwelche jämmerlichen Unterkünfte an Euren Gebäuden (als Felsersatz) suchen.

Euch wird immer wieder erzählt, dass wir Krankheiten übertragen. Das stimmt aber nicht. Von Euren obersten Bundesbehörden wurden wir zu Recht nicht als Schädlinge eingestuft. Es gibt in Eurem ganzen Land keinen einzigen nachgewiesenen Fall von Krankheitsübertragung auf Menschen. Die Parasiten und Erreger, von denen wir befallen sind, gehen nicht auf Menschen über.

Aber wenn Ihr trotzdem Angst vor Gefahren habt, die von unserem Kot oder von uns selbst ausgehen könnten, dann schützt Euch ganz einfach: Bitte richtet Schläge für uns ein. Dort können Tierschützer uns artgerecht füttern und unseren Kot vor Ort entsorgen. Sie können uns auch gern die Eier wegnehmen. Wir wollen unsere Vermehrung doch gar nicht. In den 6000 Jahren Domestikation ist uns das ständige Brüten angezüchtet worden. Wir müssen zwanghaft brüten, sogar wenn wir halb verhungert sind.

Deshalb sind Fütterungsverbote völlig sinnlos. Eben weil wir auch dann noch zwanghaft brüten müssen, wenn wir bereits mehr tot als lebendig sind.

Tötungsaktionen, die Ihr leider auch gerne durchführt, bringen ebenso wenig, weil nach Tötungsaktionen mehr Jungtauben am Leben bleiben, die sonst in der Enge unserer notgedrungen slumartigen Behausungen gestorben wären. Nach kurzer Zeit ist unsere Population wieder auf dem alten Stand.

Einzig und allein das Konzept mit den betreuten Schlägen hilft uns und Euch. Wir würden dadurch weniger und wir wären absolut gesund. Bitte setzt Euch dafür ein. Tut das für Euch selbst und tut es für uns!

Und bitte kümmert Euch um die Brieftaubenzüchter. Die langen Flüge der Brieftauben sind durch brutale Methoden erzwungen. 2-3 Millionen Brieftauben schaffen jährlich den Rückflug nicht. Sie sterben vor Erschöpfung oder landen bei uns in den Städten. Legt den Züchtern das Handwerk. Zwingt sie zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes – dann wäre schon vieles bei denen nicht mehr möglich.

Bitte denunziert die freundlichen Menschen nicht, die uns mit Körnerfutter versorgen. Sie helfen uns und Euch.Wenn es die nicht geben würde, hättet Ihr andauernd Elendsgestalten von Tauben vor Euren Füßen herumwanken. Dann müssten wir erst richtig aufdringlich werden, denn niemand – auch keine Taube – leidet gern große Not. Unser kreatürlicher Überlebenstrieb würde für Euch entsetzlich lästig werden.

Bitte unterstützt die Tierschützer bei Eurer Stadtverwaltung, damit endlich die notwendigen Taubenschläge eingerichtet werden. Wir danken es Euch bestimmt: Kein Anbetteln mehr, keine Nistversuche auf Euren Balkonen, keine Angst bei Euch vor Krankheiten, keine Belästigung durch unseren Kot!

 

Rückfragen bei:
Bundesarbeitsgruppe Stadttauben, Tel. 0911- 6 32 43 05
Oder:
Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V., Tel. 0911- 417 419

Elisabeth Mederer